Verstärkung von Ankerbeschlag und Bugkorb

Für sicheres Ankern, auch bei Wind und Welle muss ein Boot mit einem Anker ausgestattet sein, auf den Verlass ist, der uns am Platz hält und am anderen Ende der Kette, oben, eine Befestigung des Boots, der man vertrauen kann.

Beides wurde nicht so ganz auf der Nausikaa erreicht. Deshalb sollte Skokie hier verbessert werden.

Den Umbau hat Herr Zobott, Schlosser von der Schlei, mit großer Erfahrung und guter Beratung umgesetzt.

 

Als Skokie noch Nausikaa war, besaß sie den original Bavaria Bugkorb und den original Ankerbeschlag mit Wippe, auf dem ein Halter für einen Edelstahl Gennakerbaum aufgeschweißt war. Damit der Gennakerbaum genutzt werden konnte, musste der Anker, ein 20kg Britany Plattenanker gedreht gelagert werden. Eine etwas umständliche Prozedur.

Der Bavaria Ankerbeschlag bestand aus 4mm V4A-Blech und war mit drei Schrauben und Muttern auf der Deckplatte befestigt.
Die drei Stützen des Bugkorb standen weit auseinander und beim Anbordkommen war es etwas wackelig. Dies wollten wir verbessern und einen neuen besseren Anker vernünftig lagern.

Anker

Auf vielen einschlägigen Segler-Blogs und in vielen Tests haben wir gelesen, wie die Entwicklung zu den modernen Ankern verlaufen ist und dass Bügelanker zur Zeit die beste Wahl sein sollen. Ich finde es auch vorteilhaft, dass ein Anker, der nicht in der Backskiste gestaut wird, aus einem Stück besteht, und keine beweglichen Gelenke hat. Uns hat der Rocna, eine neuseeländische Entwicklung in Tests und mit seinen Videos sehr überzeugt. Dass die Balou, eine Malö von Beate und Reiner in der Karibik mehrere Nächte im Sturm wie angeschweißt auf der Stelle verharrte, gab dann schließlich den Ausschlag zum Kauf. Wir fuhren zunächst in 2020 einen 20kg Rocna auf dem alten Bavariabeschlag.

Als dann aber der Plan mit Herrn Zobott für einen neuen Ankerbeschlag reifte - eigentlich sollte ja nur der Bugkorb mit zwei zusätzlichen Stützen verstärkt werden - haben wir dann Nägel mit großen Köpfen gemacht und sind auf einen 25 kg Rocna umgestiegen. Hm, warum denn eigentlich nicht gleich? Lehrgeld, würde ich sagen. In der Tabelle zur Auswahl des richtigen Ankers kommt man, wenn man knapp kalkuliert, auf 20kg. Das reicht auch für alle normalen Bedingungen. Rocna selbst hat ja schon Sicherheiten eingerechnet. Wenn man aber den Anker als seine Lebensversicherung betrachtet und lieber von höherem Bootsgewicht ausgeht, dann wählt man bei etwas mehr als 12,5m Bootslänge und etwas mehr als 10 Tonnen Verdrängung besser die 25kg -Ausführung. Man kann mit dieser Wahl einfach tiefer schlafen.

Wir konnten den 20kg Rocna über eBay Kleinanzeigen noch gut verkaufen. Er war ja auch nur ganz wenige Male benutzt worden. Bei der Beschaffung des neuen Ankers half auch das Internet. Die einschlägigen Ausrüsterkataloge und Web-sites hatten schon sehr unterschiedliche Preise. Lieferungen bis 30 kg gehen auch noch mit dem Paketdienst. Und bei Paketdiensten fällt mir Amazon ein. Die hatten just im Moment unserer Suche ein unschlagbares günstiges Angebot. Amazon selbst hat verkauft. 180 Euro unter dem billigsten Schiffsausrüster! Und mit prime eine kostenlose Lieferung. Schnäppchen, würde ich sagen. Na klar, haben wir uns noch eingehend davon überzeugt, dass der Haken auch wirklich ein Original ist und keine billige Kopie. Man weiß ja nie. Designed in Neuseeland, kanadische Firma, produced in China. Hoppla, China? Doch, stimmt, der Rocca wird in China produziert. Wie Apples iPhones und VWs PKW auch. Es kam dann auch ein Original mit Papieren und Zeugnis sowie am Anker angebrachten Echtheitsnachweisen. 

Für die Anpassungsarbeiten haben wir dann noch ein Holzmodell gebaut. Damit ist das Handling wegen des geringen Gewichts einfacher. Auf der Homepage von Rocna gibt es Vorlagen zum Drucken und Zusammenkleben von einzelnen DIN A4 Seiten. Auf Holz übertragen, ausgesägt und schon kann man damit Spielen.

 

Der Link zu den Schablonen (Full Scale Patterns, Download) ist hier.


Beschlag

Es sollte ja wirklich nur der Bugkorb mit zwei zusätzlichen Stützen verstärkt werden. Hierzu hatte ich bei Ancker Yachting in Kappeln nach einer Empfehlung für einen Bootsschlosser gefragt. Herr Zobott und ich haben uns noch vor dem Einkranen ins Winterlager auf dem Steg an der Skokie getroffen und haben beim Fachsimplen versucht gegenseitig Vertrauen aufzubauen. Das ist uns, so glaube ich gelungen. Jedenfalls kam neben dem Projekt eines Geräteträgers auf dem Heck auch ein neuer Ankerbeschlag heraus. 8mm Materialstärke. Ein Abstützung der Kräfte auf Deck und Rumpf durch eine vollständige Einhausung der Bootsnase in Edelstahl  und Verschraubung an Deck und am Rumpf. Das wird halten. Dennoch waren wir auf die Ausführung gespannt.

Zunächst musste der Bugkorb aus den Relingsfüßen aus Aluminium gezogen werden. Das war zum Verzweifeln schwierig. Denn obwohl die Edelstahlstütze vom Aluminium des Fusses durch ein dünnes Rohr aus Kunststoff getrennt war, das galvanische Korrosion verhindern sollte, war das Aluminium durch 19 Jahre Beaufschlagung mit Seewasser auch ohne den Kontakt zum Edelstahl aufgeblüht und hat so immensen Druck auf die Verbindung ausgeübt, dass zum Schoß nur noch absägen und ausbohren blieb. 



Fertig